Chronik der SoLaR GmbH
Unser Firmensitz in Furth bei Landshut
Firmensitz der SoLaR GmbH in Furth bei Landshut.
Ein Teil der ehemaligen Klosterbrauerei wurde 2005 saniert und ist seitdem unser Standort.
Chronik der SoLaR GmbH:
Die offizielle Informationspolitik anlässlich der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl war für die Bevölkerung wenig akzeptabel. 1986 wurde daher von knapp 100 Personen aus Landshut und Umgebung der gemeinnützige Verein "Gesellschaft für aktives Umweltbewusstsein e.V. (GaU eV)" gegründet. Ziel des Vereins ist es, der Öffentlichkeit verlässliche Informationen über die Radioaktivität im persönlichen Umfeld zur Verfügung zu stellen.
Zehn Jahre später wurde von den mittlerweile gut 300 Mitgliedern beschlossen, das Tätigkeitsfeld des Vereins um die Bereiche "Erneuerbare Energieträger" und "Energiewende" zu erweitern. Der GaU eV. trat der Arbeitsgemeinschaft der Bayerischen Solarinitiativen bei. Nach einem Bürgerbegehren und zwei erfolgreichen juristischen Auseinandersetzungen mit der Stadt Landshut, setzte der GaU eV, in Zusammenarbeit mit zwei weiteren lokalen Bürgerinitiativen, die sogenannte kostendeckende Vergütung durch. Die Umlageerhöhung konnte so von 0,15 Pfg/kWh auf 1,5 Pfg/kWh aufgestockt werden. Dies erwies sich als das wirksamste Instrument zum Erreichen der Energiewende.
Bereits 1996 war erkennbar, dass die Mehrheit der Bürger und Bürgerinnen, die die Kosten der Energiewende zu tragen haben, sich mangels geeigneter Dachflächen oder entsprechendem Kapital nicht aktiv beteiligen können. Zur Vermeidung einer sozialen Schieflage der Energiewende würden unterschiedliche Formen der Bürgerbeteiligung notwendig sein. Um die Gemeinnützigkeit des GaU eV nicht zu gefährden, wurde daher von Mitgliedern die SoLaR Betriebs- und Beteiligungsgesellschaft für Solaranlagen mbH gegründet. In der Satzung der Gesellschaft wurde festgelegt, dass die Kapitalgeber die Verzinsung ihres Kapitals maximal in der Höhe erhalten, die bei der Investition in ein eigenes Solarkraftwerk anfallen würde; der Rest fließt in gemeinnützige Projekte, die den Einsatz der erneuerbaren Energieträger fördern.
Schon 1999 wurden die ersten drei Solarkraftwerke mit zwei unterschiedlichen Beteiligungskonzepten in Landshut errichtet. Im gleichen Jahr erhielt die SoLaR GmbH von der Gemeinde Furth (bei Landshut) den Auftrag, wirtschaftliche Bürgerbeteiligungsmodelle zu entwickeln und umzusetzen. Furth ist als einzige deutsche Kommune von der Europäischen Kommission für die "Aufbruchkampagne in 100% aus Erneuerbaren Energieträgern" zertifiziert worden.
Zeitgleich mit den Beteiligungskonzepten, waren wir mit einem ALTENER II Programm erfolgreich, in dem die theoretische Grundlage für die Energiewende in Furth erarbeitet wurde. Vier derartiger Projekte in Europa sind zum Cluster 7 zusammen gefasst, in dem wir die Koordination übernommen haben. Durch diese vielfältigen Aktionen sind wir mit zahlreichen und unterschiedlichen Aufgaben eingedeckt, die eine entsprechende Organisation bedingen.
Nach Einführung des 100.000 Dächer Programms (1999) und dem Erlass des Gesetzes für den Vorrang Erneuerbarer Energien EEG (2000) waren die alten Beteiligungskonzepte wie unternehmerische oder indirekte finanzielle Beteiligungen wirtschaftlich nicht mehr effektiv: insbesondere das 100.000 Dächer Programm konnte nur eingeschränkt genutzt werden.
Um die Eigenwirtschaftlichkeit von Solarkraftwerken auf fremden Dächern zu erreichen, haben wir daher das Konzept des Bürgersolarkraftwerks entwickelt, in dem jeder einzelne Investor direkter Eigentümer seines Solarkraftwerks und dadurch automatisch gewerblicher Stromproduzent wird.
Gleichzeitig werden Optimierungen für den Investor sowohl in den Bereichen Technik und Wirtschaftlichkeit als auch bei der Umsatz- und Einkommensteuer sowie bei den Förderprogrammen erzielt. Und in Kommunen können große Solarkraftwerke errichtet werden, im Allgemeinen ohne Belastung der Gemeindefinanzen. Die Grundlage dieses Konzeptes beruht auf der Anwendung der kostendeckenden Vergütung.
Im Jahr 2000 wurde das Konzept zuerst in der Gemeinde Furth mit sehr großem Erfolg umgesetzt: bei nur 3.000 Einwohnern fanden sich 27 Investoren, deren Solarkraftwerke insgesamt eine Leistung von mehr als 119 kWp ausmachen. Die ursprünglich zur Verfügung stehenden drei Dachflächen auf der Volksschule reichten nicht aus, so dass noch die Dächer der Turnhalle, des Sportheims, des Maristengymnasiums und des Pfarrheims genutzt wurden. Gleichzeitig fanden sich fast 60 weitere Investoren in der Gemeinde, die ihre Solarkraftwerke, mit insgesamt 230 kWp, auf dem eigenen Dach installierten. Dieser Erfolg wurde 2001 mit dem Deutschen Solarpreis in Bonn gewürdigt.
Die Aktivitäten in der Gemeinde Furth sind natürlich in den umliegenden Gemeinden nicht unbemerkt geblieben und nach dem gleichen Konzept wurden noch im Jahr 2000 Bürgersolarkraftwerke in Rottenburg (45 kWp), Siegenburg (84 kWp) und Altdorf (54 kWp) errichtet.
Im Jahr 2001 hat sich unser Konzept weiter herumgesprochen und in Zusammenarbeit mit lokalen Agenda 21 Gruppen oder Solarinitiativen konnten wir drei weitere Bürgersolarkraftwerke im Landkreis Landshut (Vilsbiburg 20 kWp, Wurmsham 22 kWp, Ergoldsbach 30 kWp), fünf im Landkreis Ebersberg (Glonn 38 und 49 kWp, Vaterstetten 50 kWp, Egmating 39,6 kWp, Neufahrn 27 kWp), drei im Landkreis München (Putzbrunn 32 kWp, Unterhaching 27 kWp, Unterschleißheim 58 kWp), zwei in der Nähe von Neu-Ulm (Pfaffenhofen/Roth 28 kWp, Bellenberg 20 kWp) und eines im Landkreis Eichstätt (Buxheim 20 kWp) errichten. Außerdem sind zwei Weitere Kraftwerke in der Gemeinde Furth (20 kWp und 12 kWp) hinzugekommen. Sieben dieser 15 Bürgersolarkraftwerke sind auf privaten/kirchlichen Dächern wie Kindergarten, Edeka Markt, Fabrikationshalle, Biobauernhof, Reiterhof oder Bürogebäude installiert, die anderen auf öffentlichen Gebäuden wie Schulen, Turnhallen, Bauhof, Feuerwehr oder Schwimmbad.
Auch im Jahr 2002 war die Nachfrage nach Bürgersolarkraftwerken ungebrochen. Als erstes Kraftwerk dieser Art im Landkreis Wolfrathausen ist Egling mit 57,75 kWp auf einer Raiffeisenlagerhalle ans Netz gegangen und die Stadt Ebersbach (bei Göppingen) mit gut 84 kWp auf seiner Hardtschule. In Markt Schwaben, Vilsbiburg, Aying, Wolfratshausen und Erding wurde jeweils eine Anlage errichtet, in Dorfen und mit der EVG Perlesreut jeweils zwei.
Im Landkreis München-Land sind wir partnerschaftlich mit der SKML GmbH Solarkraftwerke München Land GmbH verbunden, die ebenfalls aus einem gemeinnützigen Verein, der Solar-Initiative-München-Land e.V. (SIMLA) gegründet worden ist, mit finanzieller Beteiligung der Gemeinde Unterhaching und Unterstützung des Landratsamtes München Land. Sowohl der SKML GmbH als auch uns liegt die Energiewende am Herzen.
Auch der gemeinnützige Verein ‚Sonnenkraft Freising’ hat eine eigene GmbH gegründet, um ebenfalls durch die Realisierung von Bürgersolarkraftwerken zur Energiewende beizutragen. Allerdings wird nicht mit uns kooperiert sondern von uns ungefragt kopiert.
Neben unserem Spezialgebiet Bürgersolarkraftwerke, in dem wir bis Ende 2008 1.955 kWp errichten haben, erstellen wir natürlich auch Solarkraftwerke für Einzelpersonen oder Firmen auf deren Dächern. Bisher sind hierbei etwa knapp 5.200 kWp zusammen gekommen, so dass wir nun gut 7.000 kWp ans Netz gebracht haben.






